Tischtennis boomt beim TuS. Die Jungen 18 stehen kurz vor dem Aufstieg in die NRW-Liga – das gab’s noch nie beim Domstadtverein.

Die Tischtennis-Abteilung des TuS Xanten betreibt seit Jahren wieder erfolgreiche Jugendarbeit. Der Aufwand zahlt sich immer mehr aus. Die Jungen 18 nähern sich mit großen Schritten dem Aufstieg in NRW-Liga. Das wäre ein Novum in der Vereinsgeschichte.

Als Kreis-Jugendtrainerin Sandra Sänger im Frühjahr 2018 zum TuS Xanten kam, erhofften sich die Domstädter viel von der Arbeit der B-Lizenz-Inhaberin. Knapp zwei Jahre später lässt sich feststellen, dass sie den TuS-Nachwuchs mit neuen Anreizen stetig verbessert. Neben verschiedenen Balleimer- und Systemübungen gehört auch ein intensives Zirkeltraining zum Programm. „Sandra hat großen Anteil am Erfolg. Sie hat die Jugendlichen auf ein neues Leistungsniveau gebracht“, sagt Abteilungsleiter Fabian Welbers.

Während Sänger dienstags und freitags in der Halle zum Fortgeschrittenen-Training bittet, betreut Welbers mit Herren-Spieler Ingo Chmill jeden Mittwoch bis zu 30 Anfänger. Eine stolze Zahl, wenn man bedenkt, dass in anderen Vereinen der Region gar keine Jugend-Abteilung mehr besteht. „Seit Sommer gibt’s einen echten Boom. Xanten ist für viele junge Familien ein beliebter Wohnort“, erklärt sich Welbers den Zulauf. Dies ist jedoch nicht der einzige Grund. Neben den üblichen Werbemaßnahmen setzte der Verein im Juni vergangenen Jahres auf die Veranstaltung „Sing-Pong“ im APX, der Tischtennis mit Musik und Tanz vereinte und einige Zugänge in die Halle lockte.

So konnten die Domstädter in dieser Saison vier Jugend-Mannschaften melden, gleich drei stehen in ihrer Liga ganz oben. Die Jungen 18 führen die Bezirksliga, Gruppe 1, nach dem 6:4-Sieg (21:19 Sätze) gegen den Tabellenzweiten TV Erkelenz weiter ungeschlagen an. Platz eins ist quasi schon jetzt nur noch Formsache und würde den Aufstieg in die Jugend-NRW-Liga bedeuten. „Das gab es bei uns noch nie“, weiß Welbers. „Ihre Motivation ist vorbildlich. Die Jungs würden am liebsten jeden Tag trainieren.“

Das Erfolgsquintett harmoniert seit Schüler-Zeiten, jeder kennt das Spiel des anderen ganz genau. Jonas Cornelißen (Jahrgang 2002) ist die Nummer Eins. Er gehört seit dieser Saison zum Stamm der ersten Herren-Mannschaft und fällt nach der laufenden Serie altersbedingt aus der Jugend heraus. Lasse Koppers und Leon van den Bongard (2004) spielen deshalb vorsorglich in beiden Mannschaften. Mit der „Zweiten“ kämpfen sie parallel um den Aufstieg in die Bezirksklasse. Komplettiert wird die Truppe durch Timon Schulze-Bergkamen (2005) sowie die Brüder Jan-Erik (2005) und Nesthäkchen Niklas Neske (2007). Gerade Niklas Neske machte bei zahlreichen Ranglisten, Meisterschaften und Turnieren bis zur Bezirksebene auf sich aufmerksam.

Alle Youngster wohnen nicht weit von der Halle entfernt. Am meisten vertreten sind übrigens die Schulze-Bergkamens. Mit Timon, Mathis, Henry und Luis halten vier Brüder den Schläger beim TuS in der Hand. Timon stand erst kürzlich bei den ersten Herren an der Platte – und gewann dort sogar ein Einzel. „Ich denke, dass alle ihren Weg nach oben gehen und irgendwann einen festen Platz bei uns finden werden“, meint Martin Artz. Der Kapitän der Bezirksklassen-Mannschaft sieht einen großen Vorteil darin, dass die Talente untereinander nicht nur fleißig trainieren, sondern zugleich miteinander befreundet sind.

In Zukunft wird’s nur bei vereinzelten Ersatzzeiten bleiben. Der Fokus ist ganz auf die NRW-Liga gerichtet. Die weiteren Fahrtstrecken in den Düsseldorfer Raum und die wegen eines veränderten Systems längere Spieldauer nehmen die Xantener wohlwollend in Kauf. „Die Jungs sind heiß und werden ihre Erfahrungen sammeln, um den nächsten Schritt zu gehen“, so Artz. Mit Unterstützung der Tipps von Jugendtrainerin Sänger und den anschließenden Einheiten bei den Herren sind die Xantener Talente auf einem guten Weg.

Quelle: RP-Online